Badezimmer: wie beleuchte ich richtig und sicher?

Da sich Strom und Wasser bekanntlich wenig vertragen, gelten in den sogenannten „Feuchträumen“, wie bspw. dem Badezimmer, bestimmte Schutzmaßnahmen für Elektroinstallationen. Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, kurz VDE, hat einen Normenkatalog erstellt, der die Gefahr von Stromunfällen im Badezimmer minimieren soll. So teilt der Verband in DIN VDE 0100 Teil 701 das Badezimmer in unterschiedliche Schutzzonen ein.

Diese bestimmen, ob und wie in den betreffenden Bereichen elektrische Anlagen montiert bzw. verlegt werden dürfen.

 

Schutzzone 0

Die Schutzzone 0 verläuft innerhalb der Badewanne und Duschtasse, plus deren Ränder. Leuchten, die in diesem Bereich eingesetzt werden sollen, müssen für die Zone 0 zugelassen werden. Verwenden Sie hier Leuchten, die mit einer Niedervoltspannung von 12 V betrieben werden. Diese Leuchten sollten zudem einen hohen Schutzgrad (IP65 oder höher) aufweisen, da sie unmittelbar mit Wasser in Berührung kommen.

 

Schutzzone 1

Zone 1 schließt sich direkt an die Schutzzone 0 an. Dazu gehören alle angrenzenden senkrechten Wandflächen vom Boden bis zu einer Höhe von 225 cm.

 

Schutzzone 2

Die Schutzzone 2 befindet sich in einer Breite von 60cm um den Schutzbereich 1. Hier eignen sich Leuchten mit einem Schutzgrad ab IP44.

 

Schutzzone 3

Schutzzone 3 befindet sich rund um Schutzzone 2 (Tiefe bis 2,40 Meter). Hier sind in Deutschland Leuchten ab dem Schutzgrad IP20 einsetzbar. Da die Leuchten jedoch in Schutzzone 3 mit Spritzwasser oder Wasserdampf in Berührung kommen können, empfehlen wir auch in dieser Schutzzonen, mindestens die Schutzart IP44 zu verwenden.

Die Einteilung der Schutzzonen hängt in der Regel von der Positionierung von Wanne, Waschbecken und/oder Toilette im Badezimmer ab. In den Absätzen oben, haben wir diese Einteilung grob zusammengefasst, einen detaillierten Überblick mit Skizzen finden Sie hier: https://www.elektropraktiker.de/ep-2002-02-108-112.pdf

Ein wichtiger Hinweis: Lassen Sie in den sensiblen Bereichen die Beleuchtung durch einen Fachmann installieren!

 


Beleuchtung

Für die optimale Ausleuchtung Ihres Badezimmers empfiehlt es sich, vorab die Badezimmerbeleuchtung genau zu planen.

Für die Grundbeleuchtung im Badezimmer eignen sich bspw. in der Mitte des Raumes installierte Decken- oder Pendelleuchten.

Diese Leuchten sind als einzige Lichtquelle im Badezimmer in der Regel jedoch nicht ausreichend, da man bspw. vor dem Spiegel helles und schattenfreies Licht benötigt. Es empfiehlt sich daher, die Decken- und Pendelleuchten zusätzlich mit Spiegelleuchten zu kombinieren. Hierbei können Sie sowohl seitliche Spiegelleuchten, als auch Leuchten, die oberhalb des Spiegels angebracht werden, wählen.

Spiegelleuchten mit Opalglas oder mit satiniertem Glas eignen sich in Spiegelnähe besonders, da durch die gedämpfte Abdeckung das Licht so in den Raum gegeben wird, dass es Sie nicht blendet.

Die Akzentbeleuchtung erfüllt eher eine dekorative Funktion und dient dazu, einzelne Elemente eines Raumes in Szene zu setzen. Wir empfehlen Ihnen für die Akzentbeleuchtung im Badezimmer Deckenstrahler mit dreh- und schwenkbaren Leuchtköpfen. Diese können so montiert und ausgerichtet werden, dass die zu akzentuierenden Einrichtungsgegenstände ideal angestrahlt werden.


Leuchtmittel

Wünschen Sie eine besonders natürlich Lichtwiedergabe, dann sollten Sie bei der Wahl des Leuchtmittels auf Halogenlampen zurückgreifen. Diese geben (zusammen mit den traditionellen Glühlampen) Farben besonders natürlich wider. Das ist bspw. beim Schminken äußerst praktisch. Halogenlampen haben jedoch den Nachteil, dass sie nach kurzer Zeit sehr heiß werden können, diese Leuchtmittel eignen sich somit nicht für alle Leuchten. Weitere Hinweise dazu finden Sie in der Regel in den Produktbeschreibungen der Hersteller.

Eine kostengünstige Alternative sind LED Leuchtmittel, die sich durch ihre Langlebigkeit und den sparsamen Betrieb auszeichnen. Diese Leuchtmittel sind in unterschiedlichen Lichtfarben erhältlich: neutralweißes Licht bekämpft die morgendliche Müdigkeit, warmweißes Licht sorgt eher für eine warme, romantische Stimmung.

Alle Angaben ohne Gewähr.